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Woven Places – Urban Fabric

Entwurf Künstlerbuch, work in progress, 2012













Woven Places – Urban Fabric
Ein abgeschiedenes Gelände, nur über wenige Zugänge erreichbar. Einerseits Wiese, ein weiterer Teil mit Büschen und halbwüchsigen Bäumen bestanden. ‘Sukzessions-vegetation’, Vogelschutzgebiet. Ein seltsamer Fall einer arkadischen Landschaft. Hundeauslaufgebiet ganzjährig, im Sommer ein nachgesagtes FKK-Gebiet am Rande gesellschaftlicher Konvention. Abbruchkante der Zivilisation?

Ursprünglich verplant als Gewerbegebiet, in den 1970ern abgesagt; eine intakte, aber ins Leere führende und namenlose Brücke zeugt davon. Früher das Gelände des ersten Flughafens der Stadt – unglücklich, wegen des hohen Grundwasserspiegels der Flussaue. Die Bombentrümmer der Stadt wurden nach dem Krieg hierher gebracht. Dazu später Bauschutt und das Material des Aushubs der Flussbegradigung. Schicht für Schicht wurde aufgeschüttet. Eine sinnschwere Mischung. Symptome des Krieges, vermischt mit Symptomen der anhaltenden Verdrängung der Traumata danach. Der Zeit und sich selbst überlassen.

Es ist eine seltsame Gegend, eine anziehende Gegend. Ich muss an Walter Benjamins Interpretation des Paul Klee-Bildes, des “Angelus Novus” denken. Der Engel der Geschichte, der dem Sturm ausgesetzt ist und die Flügel nicht mehr schließen kann. Allerdings in Abwandlung der ursprünglichen Geschichte. Nämlich die, dass der Sturm hier kurz aussetzt, der Engel der Geschichte für einen kurzen Augenblick die Flügel schließen kann, der Fortschritt nicht stattfindet. Denn dieses vergessene Stück Land, vielleicht eine Art windstilles Auge in diesem Sturm, wirkt in seiner ruhigen und bescheidenen Weise wie eine allegorische Erzählung, die sehr eigentümlich den erstarrten und knöchernen Seelenstand einer ganzen Generation unverstellt wieder zu spiegeln scheint.

Außerhalb ist man beschäftigt die Dinge der Zeit unter noch tieferen Schichten zu begraben – die Stadt, der Fluss – der Wind weht, ohne anzuhalten. Diese Fortschrittsbilder kennen wir. Aber dieses kleine Stück Land scheint mir, in einer ersten Annäherung, zur Beschreibung eines inneren Zustands, ein besseres, ein wichtigeres Bild.
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Woven Places – Urban Fabric
A secluded area, only few paths allowing access.
Some part meadows, some covered with shrubs and half-grown trees.
Vegetation succession, bird sanctuary. A strange case of an arcadic landscape. A dog walking area throughout the year, during the summer a said to be nudists’ spot on the edge of social convention. Civilisation’s break-off edge?

Initial plans for an industrial estate were called-off in the 1970s; an untouched but nameless bridge still bears testimony – leading into the empty.
It used to be the grounds of the city’s first airport – unfortunate, due to the high water level of the flood plain. The debris of the bombed city were brought here after the war. Later on, construction debris and material left from the river regulation. Layer after layer. Meaningful melange. War symptoms mixed up with the symptoms of the ongoing repression of the subsequent traumas. Left to time and its own self.

It is a strange area, a fascinating area. It makes me think of Walter Benjamin’s interpretation of a painting by Paul Klee, “Angelus Novus”. The angel of history is exposed to the storm and is not able to close his wings. Here, the original story is slightly altered, in such way that the storm is briefly suspended, the angel is able to close his wings for a short moment and progress is not taking place. After all, this forgotten piece of land, possibly some kind of windless eye in the storm, acts in a quiet and modest way like an allegoric narration, which seems to reflect characteristically and without disguise the stiffened, sclerotic soul status of a whole generation.

Outside, they are busy burying the things of time under even deeper layers – the city, the river – the wind blows, relentlessly. These pictures of progress are well-known to us. But in a first approach, when it comes to describing an inner state of mind, this small piece of land seems to me like a better, a more important picture.
(Translation: Bettina Hanstein)

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DREI PLUS DREI, Sechs fotografische Standpunkte
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Dittgen Kolonnen, 1997/2013
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‘Kulisse’ Ausstellungsprojekt, Kuenstlerbuch, 2002

Arbeitstitel: Berg Beton, Europa
Ausgestellt 2002 Photokina, Koeln – 2002 Galerie KHG, Dortmund – 2003 Architektenkammer des Saarlandes, Saarbruecken – 2006 Galerie Nei Liicht, Dudelange/Luxemburg – 2008 Stadtbild Kammerspiel – Das Fotografische, Kulisse1: Europaeische Naturreisen – 2010 Fotosynthesen, Saarlandmuseum Studiogalerie, Saarbruecken, „Fotografische Arbeiten von Joachim Lischke und André Mailaender“



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Rotterdam/Köln
Köln
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Zur Archäologie der kindlichen Ansicht






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Pier Paolo Pasolini (Lutherbriefe, S. 37):
„Ich werde zwar versuchen, das, was Dir Eltern, Lehrer, Fernsehen, Zeitungen und vor allem Deine Altersgenossen beibringen, etwas anzukratzen, etwas in Zweifel zu stellen. Aber ich bin völlig hilflos gegenüber dem, was Dich die Dinge gelehrt haben und lehren. Ihre Sprache ist unartikuliert und absolut rigide: Daher ist der Geist Deiner Ausbildung und Deiner nicht verbalisierbaren Ansichten, die sich durch diese Ausbildung langsam in Dir entwickelt haben, ebenfalls unartikuliert und rigide. An diesem Punkt bleiben wir zwei Fremde, die nichts einander näher bringen kann.
17. April 1975″
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